Eine der Varianten des ikonischen Modells aus dem Jahr 1918. Das Gestell ist aus schwarz gebeizter Buche mit farblich abgesetzten Teilen in der Kontrastfarbe Weiß. Die Sitzfläche und Rückenlehne sind aus Sperrholz mit Lackierung in der Farbe Grün. Der Sessel kann mit einem durchgehenden Sitz- und Rückenkissen aus Stoff oder Leder kombiniert werden.
Die Black Red and Blue (Version Zeilmaker) ist das Ergebnis der Farbexperimente von Gerrit T. Rietveld. Aus den Studien zur Entstehungsgeschichte des Modells Red and Blue, die in Zusammenarbeit mit den Erben von Rietveld durchgeführt werden, ist hervorgegangen, dass die zentrale Idee der ersten Prototypen auf dem Konzept der räumlichen Strukturierung durch die Monochromie der Elemente basierte. Tatsächlich war die erste Version aus dem Jahr 1918 komplett aus unlackiertem Holz gefertigt.
In den Folgejahren entwarf Rietveld unterschiedliche, monochromatische oder in anderen Farben lackierte Exemplare, je nach Anforderungen der Kunden oder der Einrichtungen, in die der Stuhl eingefügt werden sollte. Diese Version aus den zwanziger Jahren, die für das Projekt MutAzioni von Cassina ausgewählt und für den Lehrer Wicher Zeilmaker mit einem schwarzen Gestell mit weißen Endstücken und einer in Dunkelgrün lackierte Sitzfläche und Rückenlehne gefertigt wurde, stellt daher keine Überraschung dar.
Die immer stärkere Miteinbeziehung Rietvelds in die künstlerische De-Stijl-Bewegung brachte den Designer 1923 dazu, Primärfarben für dieses Modell zu verwenden, wodurch der Stuhl zu einem authentischen Manifest der aufkommenden neoplastischen Bewegung wurde. Anfänglich hatte der Stuhl die Bezeichnung Slat Chair und Rietveld gab ihm erst in den fünfziger Jahren nach seiner chromatischen Weiterentwicklung den Namen Red and Blue.
Die Eigentümer der verschiedenen Exemplare behandelten den Stuhl in ihren Häusern wie eine abstrakt-realistische Skulptur. Nur in wenigen Fällen wurde er als Sitzmöbel genutzt – mit Kissen, die ihn bequemer machten, genau wie es Cassina heute für die Black Red and Blue vorschlägt.